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Ziel und Inhalt

Synopsis

Psychopathology Taught Online (PTO) ist ein eLearning-Studiengang mit inhaltlichen Schwerpunkten auf den Erscheinungsbildern psychischer Störungen und ausgewählten Themen der Psychopathologie. PTO kann als ergänzendes eLearning-Angebot im curricularen Umfeld der Psychopathologie des Erwachsenenalters eingesetzt werden. Darüber hinaus kann es aber auch in Klinischer Psychologie, Psychiatrie oder postgradualer Weiterbildung (Psychiatrie und Psychotherapie) eingesetzt werden. PTO kann Präsenzveranstaltungen ersetzen und/oder ergänzen (Blended Learning) und bietet vielfältige Möglichkeiten, die Inhalte als Ausgangspunkt für kollaborative Lehr- und Lernformen zu verwenden. Lerntheoretische Konzepte spiegeln sich in der didaktischen Struktur der Inhalte und deren methodischen Umsetzung wieder, welche – wo curricular sinnvoll – multimedial und interaktiv aufbereitet sind.


Ziel

Ziel ist die differenzierte Vermittlung von grundlegendem Fachwissen im Bereich psychischer Störungsbilder mit Schwerpunkt auf dem Erscheinungsbild (Phänomenologie) und ausgewählten Themen der Psychopathologie. Neben der Vermittlung reinen Faktenwissens wird ein spezieller Fokus auch auf relationales Wissen gelegt, um den Studierenden den Aufbau von fundierten und elaborierten Wissensstrukturen zu ermöglichen.

Die Gründe für dieses Angebot:

  • die zentrale Wichtigkeit des Bereiches “psychische Störungsbilder” innerhalb der Klinischen Psychologie und der Psychiatrie
  • die ungünstigen Betreuungsverhältnisse in der Ausbildung in Psychopathologie oder Klinischer Psychologie (bis zu 400 Studierende pro Lehrstuhl), die einen hohen Anteil an Selbststudium erfordern

PTO unterstützt die strukturierte Durchführung des Selbststudium-Anteils über die theoretisch fundierte Didaktik und die klare Navigation und kann darüber hinaus auf individuelle Wissensbedürfnisse eingehen.


Inhalte

Phänomenologie psychischer Störungsbilder

PTO behandelt 52 Störungsbilder. Die Auswahl der Störungsbilder basiert auf den Einschätzungen und Vorschlägen ausgewiesener Lehrbuchautoren und Fachexperten.

Die Struktur der einzelnen Kapitel ist wie folgt:

  • Einführungstexte
  • Lernziele
  • Allgemeine Informationen zur Störungskategorie und spezifisch zum Störungsbild
  • ausführliche Informationen zur Phänomenologie, aber auch zum Verlauf
  • ICD-10 Kriterien
  • Unterschiede und Abgrenzung zum DSM-IV
  • Fallbeispiele (in Form von Übungen, welche z.T. multimedial angeboten werden)
  • Quellenangaben
  • Selbsttest-Fragen

Dabei führt PTO erst auf einer allgemeinen Ebene in die Störungskategorie (z.B. Schizophrenien) ein und stellt dann ein spezifisches Störungsbild (z.B. paranoide Schizophrenie) vor.
Sie finden hier einen Screenshot zur Struktur (Link öffnet ein neues Fenster).


Ausgewählte Themen der Psychopathologie

PTO umfasst neben Inhalten über psychische Störungsbilder auch eine Auswahl an besonders relevanten, störungsübergreifenden Inhalten der Psychopathologie. Beispiele sind eine allgemeine Einführung in die Psychopathologie, Komorbidität, Klassifikationssysteme, Interpersonelle Probleme und Ratingskalen. Autoren der einzelnen Kapitel sind ausgewiesene Fachexperten an der Heim- und den Partneruniversitäten. Damit schliesst PTO inhaltlich den Rahmen und ermöglicht Studierenden neben dem Kennen lernen der Vielfalt und Komplexität psychischer Anomalien auch einen Einblick in das breite Feld weiterer Themen, die in Forschung und Praxis der Psychopathologie allgegenwärtig sind.

 

Aufbau

Das Lernangebot besteht aus drei Lernphasen/Curricula:

  • Curriculum 1 (C1) vermittelt den Lernenden anhand einer Auswahl von 20 Störungsbildern einen strukturierten und prägnanten Überblick über das Wissensgebiet. Eine innovative Wissensdiagnostik prüft, ob das Überblickswissen der Expertensicht nahe kommt und schlägt den Lernenden ggf. adaptiv und individualisiert geeignete Repetitionen und Übungen vor um Mängel effizient zu beheben. (Bearbeitungsumfang entspricht 3 ECTS-Punkten)
  • Curriculum 2 (C2) erweitert die aufgebaute Grundwissensstruktur aus C1 durch assimilative Einbindung von 32 neuen Störungsbildern in Relation zu den bereits gelernten. Auch hier ermöglicht eine kontinuierliche Diagnostik die korrekte Verarbeitung und Integration neuer Information und gegebenenfalls auch die Repetition bereits bekannten Wissens. (Bearbeitungsumfang entspricht 2 ECTS-Punkten)
  • Curriculum 3 (C3) nimmt sich ausgewählten Themen der Psychopathologie an und gibt Studierenden einen Einblick über ebenfalls wichtige Bereiche wie eine allgemeine Einführung in die Psychopathologie, Komorbidität, Klassifikationssysteme, Interpersonelle Probleme und Ratingskalen. (Bearbeitungsumfang entspricht 3 ECTS-Punkten)
 

Relationale Wissensdiagnostik (Adaptives Tutorielles System)

Die Relationale Wissensdiagnostik misst durch robuste Multidimensionale Skalierung von Ähnlichkeitseinschätzungen einer Person zwischen Objekten (in PTO: Störungsbilder) den momentanen Wissensstand als Wissenskarte (=graphisches Abbild der individuellen Wissensstrukturen von Studierenden) und zeigt das aktuelle Wissenssystem als Ganzes und die Position jedes gelernten Störungsbildes innerhalb dieses Systems.

Nachfolgend finden Sie ein Beispiel einer Kognitive Karte aus dem Inhaltsbereich "Automobile": Das geometrische Abbild der bspw. von einer Person eingeschätzten Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen den Automobilen veranschaulicht, welche Autos von einer Person als eher ähnlich (kleine Distanzen) und welche als eher unähnlich (grosse Distanzen) beurteilt wurden. Darüber hinaus gibt es auch noch weitere (statistische) Interpretationsmöglichkeiten. Zum einen die kategoriale Interpretation über die Clusterbildung (Gruppenbildung). Zum anderen eine dimensionale Sichtweise, welche Hinweise darauf gibt, welche Information die Person herangezogen haben mag, um Ihre Ähnlichkeitseinschätzungen abzugeben (die Korrelationswerte in der Animation stehen für die Abbildungsgüte der nachträglich in die Karte eingefügten externen Merkmals-Dimensionen als Resultat aus multiplen linearen Regressionsanalysen).

Ein Klick auf das Bild öffnet ein neues Fenster. Zum Abspielen der Animation benötigen Sie den Flash-Player. Wenn Sie ihn noch nicht haben, können Sie ihn über den folgenden Link gratis runterladen.

Demo Kognitive Karte

Aufgrund des Vergleichs solch einer individuellen Wissenskarte mit einer Zielvorgabe (Expertenkarte) mittels der so genannten Prokrustes-
Transformation werden automatisiert und individualisiert diejenigen Inhalte zur Repetition empfohlen (inkl. der Bereitstellung spezieller Übungen), welche den höchsten Lernerfolg versprechen. Solche Systeme werden auch Adaptive Tutorielle Systeme genannt.

PTO integriert diese innovativen und auch in anderen Ausbildungsdomänen einsetzbaren Werkzeuge in das Spektrum des bereits Bewährten und geht damit didaktisch über bestehende eLearning-Lehrmittel hinaus. Mittels Wissenskarten wird bewusst auf relationale Aspekte (Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Gewichtungen) fokussiert. Damit wird zudem im Bereich der Psychopathologie der allgemeinen Kritik am hierarchisch-kategorialen System der ICD-10 Rechnung getragen. Die dimensionale Betrachtungsweise wird stärker in den Vordergrund gerückt, wobei die Verwendung von Wissenskarten auch eine kategoriale Sichtweise mit einzubeziehen vermag.

Weitere Informationen zum Adaptiven Tutoriellen System PTO und der lerntheoretischen Ausrichtung finden Sie in den Publikationen.

 

Verwendete Technik

Das verwendete Open Source Learning Management System OLAT (www.olat.org) basiert auf Java. Die Lerninhalte von PTO basieren auf XML und sind über das Framework der eLearning Lesson Markup Language eLML umgesetzt worden. OLAT und die Outputs von eLML sind mit wenigen Ausahmen gemäss Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) implementiert. Das Lernmaterial ist in einem zentralen CVS Repository abgelegt. Die Module können als IMS Content Packages exportiert werden und die verwendeten Fragefunktionen folgen dem QTI-Standard. Multimedia-Elemente wurden in Flash umgesetzt, Videos im Quicktime-Format.

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