Relationale Wissensdiagnostik (Adaptives Tutorielles System)
Die Relationale Wissensdiagnostik misst durch robuste Multidimensionale Skalierung von Ähnlichkeitseinschätzungen einer Person zwischen Objekten (in PTO: Störungsbilder) den momentanen Wissensstand als Wissenskarte (=graphisches Abbild der individuellen Wissensstrukturen von Studierenden) und zeigt das aktuelle Wissenssystem als Ganzes und die Position jedes gelernten Störungsbildes innerhalb dieses Systems.
Nachfolgend finden Sie ein Beispiel einer Kognitive Karte aus dem Inhaltsbereich "Automobile": Das geometrische Abbild der bspw. von einer Person eingeschätzten Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen den Automobilen veranschaulicht, welche Autos von einer Person als eher ähnlich (kleine Distanzen) und welche als eher unähnlich (grosse Distanzen) beurteilt wurden. Darüber hinaus gibt es auch noch weitere (statistische) Interpretationsmöglichkeiten. Zum einen die kategoriale Interpretation über die Clusterbildung (Gruppenbildung). Zum anderen eine dimensionale Sichtweise, welche Hinweise darauf gibt, welche Information die Person herangezogen haben mag, um Ihre Ähnlichkeitseinschätzungen abzugeben (die Korrelationswerte in der Animation stehen für die Abbildungsgüte der nachträglich in die Karte eingefügten externen Merkmals-Dimensionen als Resultat aus multiplen linearen Regressionsanalysen).
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Aufgrund des Vergleichs solch einer individuellen Wissenskarte mit einer Zielvorgabe (Expertenkarte) mittels der so genannten Prokrustes-
Transformation werden automatisiert und individualisiert diejenigen Inhalte zur Repetition empfohlen (inkl. der Bereitstellung spezieller Übungen), welche den höchsten Lernerfolg versprechen. Solche Systeme werden auch Adaptive Tutorielle Systeme genannt.
PTO integriert diese innovativen und auch in anderen Ausbildungsdomänen einsetzbaren Werkzeuge in das Spektrum des bereits Bewährten und geht damit didaktisch über bestehende eLearning-Lehrmittel hinaus. Mittels Wissenskarten wird bewusst auf relationale Aspekte (Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Gewichtungen) fokussiert. Damit wird zudem im Bereich der Psychopathologie der allgemeinen Kritik am hierarchisch-kategorialen System der ICD-10 Rechnung getragen. Die dimensionale Betrachtungsweise wird stärker in den Vordergrund gerückt, wobei die Verwendung von Wissenskarten auch eine kategoriale Sichtweise mit einzubeziehen vermag.
Weitere Informationen zum Adaptiven Tutoriellen System PTO und der lerntheoretischen Ausrichtung finden Sie in den Publikationen. |